Am vergangenen Donnerstag den 03.02.2011 besuchte die Ministerin für Umwelt, Energie und Verkehr des Saarlandes, Frau Dr. Simone Peter, den jüdischen Friedhof in Saarwellingen um persönlich den unterschriebenen Fördervertrag zu überreichen. Das Landesdenkmalamt, das dem Ressort der Ministerin zugeordnet ist, fördert die Sanierungsmaßnahme am jüdischen Friedhof in Saarwellingen mit rund 20.000 €.
Guido Jost, Vorsitzender des Arbeiter-Samariter-Bund Saarland, ergriff zunächst das Wort und skizzierte das jahrelange Engagement der GSE des ASB mbH bei der Sanierung von jüdischen Friedhöfen im Saarland. Im Jahr 2001 wurde im Rahmen eines internationalen Jugendcamps in Illingen mit der Sanierung des dortigen jüdischen Friedhofs begonnen. Anschließend wurde diese Maßnahme durch ein Beschäftigungsprojekt mit Arbeitslosen fortgeführt. In den folgenden Jahren wurden aufbauend auf der positiven Erfahrung und dem Erfolg der Maßnahme weitere saarländische jüdische Friedhöfe im Rahmen von Jugendcamps und Maßnahmen zur Integration von Langzeitarbeitlosen saniert.
Anschließend nutzte Richard Bermann, Vorsitzender der Synagogengemeinde Saar, die Möglichkeit um sich bei allen beteiligten Akteuren für das Engagement bei der Sanierung jüdischer Friedhöfe zu bedanken. Er wies darauf hin, dass die Synagogengemeinde ohne fremde Hilfe nicht in der Lage wäre ihre Friedhöfe zu pflegen. Weiterhin erläuterte er, dass die Unantastbarkeit der Totenruhe - ein fundamentaler Glaubensgrundsatz des jüdischen Glaubens - dazu führt, dass Grabmale und Gräber für die Ewigkeit erhalten bleiben. Jüdische Friedhöfe wachsen daher über Generationen hinweg, während auf anderen Friedhöfen immer wieder - nach Ablauf von Ruhefristen - einzelne Gräber oder gar ganze Grabfelder geräumt werden.
Frau Dr. Peter schilderte abschließend zudem ihren persönlichen familiären Bezug zum Judentum und ließ sich abschließend die durchgeführten Arbeiten am Friedhof erläutern. Dabei nutzte Richard Bermann die Gelegenheit um den anwesenden Besuchern einige Besonderheiten des jüdischen Glaubens zu erläutern. So ist z.B. Blumenschmuck zur Grabpflege unüblich - statt dessen legen Besucher traditionell kleine Steine auf das Grab.
Die GSE des ASB mbH hat im Rahmen der Maßnahme mit Arbeitslosen, den sogenannten 1€-Jobbern, die Arbeiten am jüdischen Friedhof durchgeführt. Die wesentlichen Arbeitsfelder lagen in Freischneide- und Rückschnittarbeiten, in der Sanierung der Umfassungsmauer, in der Überarbeitung des Wegesystems und in der Sanierung des Eingangsbereichs.
Finanziert wurde die Maßnahme durch die Gemeinde Saarwellingen, die ARGE Saarlouis, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Synagogengemeinde Saar sowie durch das Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr des Saarlandes.
Bei Rückfragen steht Ihnen Thomas Endres unter 06825-4036820 sowie unter thomas.endres@gse-saar.de zur Verfügung. |